Den passenden ETF für deinen Sparplan finden: 5 Kriterien die dir bei der Auswahl helfen

Ein ETF-Sparplan ist für den langfristigen Vermögensaufbau eine oft empfohlene Anlageform. Doch bei über 2000 in Deutschland zugelassenen ETFs kann die Entscheidung für den passenden Fonds selbst für Erfahrene zur Herausforderung werden. Sobald du den für dich geeigneten Index ausgewählt hast, musst du dich mit weiteren Merkmalen und Kennzahlen auseinandersetzen.

Um dir diesen Auswahlprozess zu erleichtern, haben wir die wichtigsten Kriterien zusammengefasst, auf die du achten solltest.

Kosten des ETFs

ETFs sind im Vergleich zu klassischen Investmentfonds meist günstiger, doch die Gebühren können auch hier stark variieren. Der Total Expense Ratio (TER) gibt die laufenden Verwaltungskosten an, die jedes Jahr anfallen.
Tipp: ETFs, die große Indizes abbilden, sollten Verwaltungskosten von maximal 0,2 % pro Jahr aufweisen. Für ETFs, die Nebenwerte (Small Caps) abdecken, können die Kosten höher liegen, sollten aber 0,4 % pro Jahr nicht überschreiten.

Hinzu kommen Kaufkosten, die vom Depotanbieter abhängen und durch den ETF selbst nicht beeinflusst werden. Manche Banken bieten durch Kooperationen mit ETF-Anbietern kostengünstige oder sogar gebührenfreie ETF-Sparpläne an.

Tipp: Bei niedrigen Sparraten, etwa 50 Euro monatlich, sind prozentuale Gebühren oft vorteilhaft. Bei höheren Raten, wie 500 Euro monatlich, rechnet sich eine feste Gebühr häufig besser.

Replikationsmethode des ETFs

ETFs können einen Index (z.B. den MSCI World) auf verschiedene Weise nachbilden: physisch, teil-physisch oder synthetisch.

  • Physische Replikation: Der ETF kauft sämtliche Aktien des Index.
  • Teil-physische Replikation: Der ETF kauft nur einen Teil der Aktien.
  • Synthetische Replikation: Der ETF bildet den Index durch Finanzinstrumente wie Swaps ab.

Tipp: Physische oder teil-physische ETFs gelten als sicherer, da sie das Risiko eines Ausfalls einer Gegenpartei vermeiden.

Alter und Größe des ETFs

Ein ETF mit längerer Laufzeit und hohem Volumen ist häufig stabil und gut etabliert, was das Risiko einer Liquidation durch den Emittenten reduziert. Ein Gesamtvolumen von über 100 Millionen Euro gilt hier als Daumenwert.

Tipp: Wähle einen ETF mit längerer Historie (mindestens 3 Jahre) und einem hohen Anlagevolumen.

Gewinnausschüttung des ETFs

Börsennotierte Unternehmen schütten in der Regel Dividenden aus, die ein ETF entweder thesaurieren oder direkt an die Anleger ausschütten kann.

  • Thesaurierende ETFs legen die erzielten Dividenden automatisch wieder an, was den Zinseszinseffekt unterstützt und das Kapital langfristig wachsen lässt. Dieser Effekt ist besonders vorteilhaft, wenn du hohe Beträge langfristig anlegen und steuerlich optimieren möchtest. Allerdings greift bei thesaurierenden ETFs seit 2018 die sogenannte Vorabpauschale, die eine fiktive Besteuerung vorsieht: Einmal jährlich wird auf den im Vorjahr erzielten Wertzuwachs ein geringer Steuerbetrag erhoben, der aus dem Freistellungsauftrag abgedeckt werden kann oder andernfalls steuerpflichtig ist. Der Großteil der Steuer fällt jedoch erst bei Verkauf an.

  • Ausschüttende ETFs zahlen die Erträge regelmäßig aus, was den Vorteil bietet, dass Anleger den jährlichen Sparerpauschbetrag (Freibetrag) direkt nutzen können. Diese Variante ist sinnvoll, wenn du planbare Erträge möchtest oder deine jährlichen Erträge unter dem Sparerpauschbetrag (2025: 1.000 Euro pro Person) liegen, sodass keine Steuern auf die Ausschüttungen anfallen.

Beide Varianten haben ihre Vorzüge, wobei die Entscheidung auch von individuellen Steuer- und Anlagezielen abhängt.

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Passende Indizes für ETFs

Ein global diversifiziertes Portfolio lässt sich bereits mit einer überschaubaren Anzahl an Indizes abbilden. Die folgenden Indizes bieten breite Abdeckung und gelten als geeignete Grundlage für langfristige ETF-Investitionen (Je nach Risiko-Neigung können noch Anleihen ETFs beigemischt werden):

  • MSCI World: Dieser Index umfasst etwa 1.600 große und mittelgroße Unternehmen aus 23 Industrieländern und bildet so die Wertentwicklung globaler Aktienmärkte in entwickelten Regionen ab.

  • MSCI ACWI (All Country World Index): Der MSCI ACWI enthält rund 2.500 Unternehmen aus 23 Industrie- und 27 Schwellenländern, wodurch er eine umfassendere Abdeckung als der MSCI World bietet und auch Schwellenländer einschließt.

  • FTSE All-World: Dieser Index ist dem MSCI ACWI ähnlich und enthält etwa 4.100 Aktien aus 25 entwickelten Märkten sowie 24 Schwellenländern. Er bietet eine noch breitere Diversifikation und einen guten globalen Marktüberblick.

  • MSCI Emerging Markets: Der MSCI Emerging Markets Index umfasst Unternehmen aus den wichtigsten Schwellenländern, darunter China, Indien und Brasilien. Dieser Index kann eine Ergänzung für Investoren sein, die ihr Portfolio um spezifische Wachstumsregionen erweitern möchten.

  • MSCI World Small Cap: Dieser Index fokussiert sich auf kleinere Unternehmen (Small Caps) aus entwickelten Märkten und enthält über 4.250 Unternehmen. Er bietet Zugang zu einem Bereich mit hohem Wachstumspotenzial, der im MSCI World nicht abgedeckt ist.

Fazit: Mit diesen fünf Kriterien kannst du einen gut passenden ETF für deinen Sparplan finden, ohne dich durch endlose Listen und Fachliteratur zu arbeiten. Eine weiterführende Analyse ist zwar möglich, bringt jedoch oft nur geringen Zusatznutzen im Verhältnis zum Aufwand. Ein einfach strukturiertes und gut gewähltes Portfolio aus kostengünstigen, breit gestreuten ETFs legt den Grundstein für eine effektive und langfristig erfolgreiche Vermögensanlage.

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